In der Schweiz gibt es eine Bewegung, die traditionelle Landwirtschaft mit moderner Ökologie verbindet: Spinsahara. Diese Kooperative aus Saatgut, die vor allem in der Ostschweiz und im Kanton Zürich aktiv ist, setzt sich für nachhaltige Anbaumethoden ein, die nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch die lokale Landwirtschaft stärken. Mit einem Fokus auf biologische Vielfalt und kreislauforientierte Praktiken zeigt Spinsahara, wie Saatgut neu gedacht werden kann – weg von patentierten Monokulturen hin zu robusten, anpassungsfähigen Sorten.
Die Idee hinter Spinsahara geht auf die Idee zurück, Saatgut als gemeinschaftliches Gut zu gestalten. Statt kommerziell genutzten Züchtungen, die oft auf Patente zurückgehen und den Anbau für Kleinbauern erschweren, setzt die Kooperative auf offenes Saatgut. Dies bedeutet nicht nur Kosteneffizienz, sondern auch mehr Flexibilität für Bauern, ihre Felder an lokale Bedingungen anzupassen. Besonders im Fokus steht dabei die Bewahrung von Landrasse-Pflanzen, die oft in Vergessenheit geraten – doch gerade diese Sorten sind oft widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Dürre.
Ein zentrales Projekt von Spinsahara ist die Züchtung von Saatgut, das resistenter gegen Schädlinge und klimatische Schwankungen ist. So hat die Kooperative bereits mehrere Sorten entwickelt, die besonders für die Schweizer Landwirtschaft geeignet sind. Ein Beispiel ist die Züchtung von Roggen, der nicht nur widerstandsfähiger gegen Trockenheit ist, aber auch weniger auf chemische Düngemittel angewiesen ist. Solche Innovationen sind besonders für Bauern in ländlichen Regionen wichtig, die oft mit begrenzten Ressourcen arbeiten.
Doch Spinsahara geht über die Züchtung hinaus: Die Kooperative arbeitet eng mit Bauern zusammen, um praktische Anbaumethoden zu entwickeln, die nachhaltiger sind. Dazu gehören Methoden wie das Mulchen mit organischen Materialien, die Bodenfruchtbarkeit erhöhen, oder das Anlegen von Mischkulturen, die Schädlinge natürlich abwehren. Diese Ansätze zeigen, wie Landwirtschaft und Ökologie Hand in Hand gehen können – ohne auf Ertrag zu verzichten.
Die Kooperative hat auch eine wichtige Rolle bei der Aufklärung gespielt. Durch Workshops, Schulungen und die Veröffentlichung von Anleitungen hilft Spinsahara Bauern, moderne Methoden zu erlernen, die nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch ihre Einnahmen sichern. Besonders in der Region um Zürich und im Kanton Aargau gibt es eine wachsende Zahl von Bauern, die auf nachhaltige Methoden umsteigen – und dabei oft bessere Erträge erzielen.
Ein weiterer Aspekt ist die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren in der Landwirtschaft. Spinsahara arbeitet mit Genossenschaften, Forschungseinrichtungen und lokalen Vertrieben zusammen, um das Wissen zu verbreiten und die Nachfrage nach nachhaltigem Saatgut zu steigern. So entsteht ein Netzwerk, das nicht nur die Landwirtschaft stärkt, sondern auch die lokale Wirtschaft unterstützt. Besonders in Zeiten des Klimawandels wird es immer wichtiger, Landwirtschaft so zu gestalten, dass sie resilient ist – und Spinsahara zeigt, wie das gelingen kann.
- Spinsahara hat bereits über 50 lokale Saatgut-Sorten entwickelt, die auf Schweizer Bedingungen optimiert sind.
- Durch den Einsatz von offener Züchtung spart die Kooperative Bauern jährlich bis zu 20 Prozent an Kosten für Saatgut.
- Die Kooperative arbeitet mit über 100 Bauern in Ostschweiz und Zürich zusammen, die nachhaltige Methoden anwenden.
- Seit der Gründung 2018 hat Spinsahara mehr als 1000 Tonnen Saatgut an Bauern verteilt.
- Ein zentrales Projekt ist die Züchtung von Roggen-Sorten, die bis zu 30 Prozent widerstandsfähiger gegen Dürre sind.
Die Zukunft der Landwirtschaft in der Schweiz wird stark davon abhängen, ob sie sich an die Herausforderungen des Klimawandels anpasst. Spinsahara zeigt, dass es eine Alternative zu konventioneller Landwirtschaft gibt – eine, die nicht nur nachhaltig ist, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Mit ihrem Ansatz kann die Kooperative einen wichtigen Beitrag leisten, um die Landwirtschaft in der Schweiz nachhaltiger und widerstandsfähiger zu machen. mehr infos